Arganöl: Anwendungen und Eigenschaften

Arganöl ist ein kostbares Gourmet-Speiseöl und hat in der modernen Schönheitspflege einen hohen Stellenwert.

Die kulinarische Anwendung von Arganöl

Die Zeitschrift "Der Feinschmecker" schreibt in der Ausgabe Oktober 2003: "Die Profis erkannten schnell, dass Arganöl in derselben Liga wie Kaviar und Trüffel spielt." Der Fernsehsender n-tv berichtete am 01.07.2003, 20:15 Uhr in der Sendung: "Gesund & Schön": "Arganöl das teuerste, aber beste Öl der Welt".

Der Star-Koch Eckart Witzigmann bestätigt (P.M. Magazin 8/2003): "Die Zukunft wird zeigen, wie breit dieses hochwertige Öl (Arganöl) als Star der feinen Küche eingesetzt werden kann." Für seine Kochkunst wurde Witzigmann u. a. 1994 von Gault Millau zum "Koch des Jahrhunderts" gekürt.

Für die Berber ist das Arganöl nicht nur ein Speiseöl. Sie wissen um die medizinische "Wunderkraft" ihres Arganöls schon lange, ohne dessen Inhaltsstoffe genau zu kennen. Das Arganöl gilt unter den Berbern in Marokko von jeher als Lebenselixier, das die Gesundheit erhält und die Schönheit bewahrt.

Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Arganbaums finden sich bei den arabischen Wissenschaftlern Ali Ibn Rodhouan, El Beckri und El Idrissi zwischen dem 10. um 13. Jh.

Der bedeutendste Autor auf dem Gebiet der Botanik und Pharmazie in der Blütezeit arabischer Wissenschaft, der muslimische Arzt Abdullah Ibn Al Baytar (1197-1248) beschrieb 1219 in seinem umfassenden Werk: "Große Zusammenstellung über die Kräfte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel" den Arganbaum und die Methode der Ölgewinnung, die sich im Prinzip bis heute nicht geändert hat. Sein Werk wurde ins Deutsche von Joseph von Sontheimer (1840-1842) und ins Französische unter den Namen "Traité des Simples" von Lucien Leclerc (1877-1883) übersetzt.

Was sagt die Wissenschaft über Arganöl?

Einige traditionell genutzte Eigenschaften von Arganöl konnten in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten belegt werden. Arganöl verfügt über eine sehr hohe Konzentration von lebenswichtigen Fettsäuren im natürlichen Verbund. Arganöl enthält über 80% ungesättigte Fettsäure mit einem Anteil an Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) von ca. 35%. Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure und zählt für den Menschen zu den essentiellen Fettsäuren, d.h. der Organismus benötigt diese Fettsäure dringend für viele verschiedene Stoffwechselprozesse, kann sie aber selbst nicht herstellen.

Ein alter Baum als Jungbrunnen

Der international bekannte Münchener Immunologe Dr. Peter Schleicher schreibt in seinem Buch "Argan-Öl" (Südwest-Verlag, ISBN 3-517-06710-5) auf der Seite 64: "Arganöl scheint ein Garant für Zellverjüngung und damit ein wahrer Jungbrunnen zu sein. Derzeit wird das Öl als der große Hit unter den Anti-Aging-Mitteln bezeichnet." Marokkos Berberfrauen, deren Basishautpflege auf Arganöl basiert, sind bekannt für ihre gesunde, reine und straffe Bilderbuchhaut.

Arganöl ist in der Tat reich an Tokopherolen (665 mg/Liter). Das Tokopherol ist der Oberbegriff für mindestens acht Verbindungen, die in ihrer chemischen Struktur sehr ähnlich sind. Alpha-Tokopherol macht rund 7,5 % bei Arganöl aus, Gamma-Tokopherol 81 % und Delta-Tokopherol 12 %. Der Begriff Vitamin E wird fälschlicherweise häufig allein für Alpha-Tocopherol - die am besten erforschte Form des Vitamin E - verwendet. Vitamin E steht als Sammelbegriff aber für eine Gruppe von sechzehn fettlöslichen chemischen Verbindungen, die unterschiedlich stark wirksam sind. Zu diesen Verbindungen zählen auch die Tocopherole.

Die Tokopherole sind für die beeindruckende Wirksamkeit des Arganöls als natürliches Antioxidans verantwortlich. Sie sind fettlöslich und schützen vor allem die kostbaren ungesättigte Fettsäuren vor der Zerstörung durch freie Radikale. Freie Radikale fördern ganz erheblich den Hautalterungsprozess. Sie entstehen insbesondere durch Zigarettenrauch (auch passives Rauchen), Umweltgifte (ionisierte Strahlung: Fernseher, Computer, Handy, UV-Strahlung, Smog und Ozon), Alkohol, Medikamente und körperliche Anstrengung. Beim Einsatz von Arganöl entsteht durch das Abfangen freier Radikale eine natürliche Barriere für die besonders wichtigen Zellen des Immunsystems. Die Tokopherole werden daher als Radikalfänger genannt.

Die Triterpene

Im unverseifbaren (= nicht aus Fett bestehenden) Anteil des Arganöles (etwa 1%) befinden sich Triterpene, die ebenfalls zu den biologisch aktiven Substanzen zählen. Nach Jim Duke (James A. Duke; Handbook of Biologically Active Phytochemicals and their Activities, CRC Press Inc., Boca Raton, Florida, 1992) besitzen diese hinsichtlich Hautschutz phytotherapeutische Wirkungen.

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