Kaktusfeigenkernöl wird in einem sehr aufwendigen und mühsamen Verfahren gewonnen. Zur Herstellung von einem Liter Kaktusfeigenkernöl sind 36 Stunden Handarbeit und etwa 1 Mio. Kaktusfeigenkerne nötig. Die Kerne werden von dem Fruchtfleisch eines Kaktusfeigen-Kontingents von 470 Kg getrennt, schonend gewaschen, unter Sonneneinstrahlung luftgetrocknet und anschließend kühl und trocken gelagert. Bei Bedarf werden sie schonend kaltgepresst.
Leider wird auch Kaktusfeigenkernöl angeboten, das durch eine chemische Extraktion gewonnen wird. Die Kaktusfeigenkerne werden pulverisiert und einem Lösungsmittel, wie dem Hexan ausgesetzt. Hexan ist gesundheitsschädlich und wassergefährdend (WGK 2). Um das Hexan wieder aus dem Kaktusfeigenkernöl zu entfernen, wird es erhitzt, so dass es verdunsten kann. Zurück bleibt das Kaktusfeigenkernöl, aber auch Spuren von dem Hexan. Durch die erforderliche Hitzezufuhr bei der chemischen Extraktion, wird einen nicht unerheblichen Teil der wertvollen Inhaltsstoffe des Kaktusfeigenkernöls, wie beispielsweise der ungesättigten Fettsäuren, der natürlichen Antioxidanzien und der Vitamine zerstört. Um dennoch eine Oxydation der Fettsäuren zu vermeiden setzen einige Hersteller dem Kaktusfeigenkernöl Antioxidanzien, vor allem synthetischen Tokopherole und Ascorbyl Palmitate zu.
Von der chemischen Extraktion halten wir absolut nichts. Bei uns werden die Kaktusfeigenkerne ohne chemische Extraktion und unter Verzicht auf eine höhere Ausbeute behutsam zu einem frischen Kaktusfeigenkernöl kaltgepresst. Bei einer Kaltpressung bleiben alle wirksamen wohltuenden Inhaltsstoffe für unsere Haut erhalten.
Kaktusfeigenkernöl verfügt über eine sehr hohe Konzentration von lebenswichtigen Fettsäuren im natürlichen Verbund. Kaktusfeigenkernöl enthält über 88% ungesättigte Fettsäure mit einem Anteil an Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) von ca. 70%. Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure und zählt für den Menschen zu den essentiellen Fettsäuren, d.h. der Organismus benötigt diese Fettsäure dringend für viele verschiedene Stoffwechselprozesse, kann sie aber selbst nicht herstellen. Das Kaktusfeigenkernöl ist daher ernährungsphysiologisch als sehr wertvoll einzustufen und zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln bestens geeignet.
Kaktusfeigenkernöl ist zudem reich an Tokopherolen (720 mg/Liter). Das Tokopherol ist der Oberbegriff für mindestens acht Verbindungen, die in ihrer chemischen Struktur sehr ähnlich sind. Alpha-Tokopherol macht ca. 13,9 % bei Kaktusfeigenkernöl aus, Gamma-Tokopherol 81,9%, Beta-Tokopherol 3 % und Delta-Tokopherol 1,2%. Der Begriff Vitamin E wird fälschlicherweise häufig allein für Alpha-Tocopherol - die am besten erforschte Form des Vitamin E - verwendet. Vitamin E steht als Sammelbegriff aber für eine Gruppe von sechzehn fettlöslichen chemischen Verbindungen, die unterschiedlich stark wirksam sind. Zu diesen Verbindungen zählen auch die Tocopherole.
Die Tokopherole sind für die beeindruckende Wirksamkeit des Kaktusfeigenkernöls als natürliches Antioxidans verantwortlich. „Diese „Schutzengel“ schützen vor allem die kostbaren ungesättigte Fettsäuren vor der Zerstörung durch freie Radikale. Freie Radikale fördern ganz erheblich den Hautalterungsprozess. Sie entstehen insbesondere durch Zigarettenrauch (auch passives Rauchen), Umweltgifte (ionisierte Strahlung: Fernseher, Computer, Handy, UV-Strahlung, Smog und Ozon), Alkohol, Medikamente und körperliche Anstrengung. Beim Einsatz von Kaktusfeigenkernöl entsteht durch das Abfangen freier Radikale eine natürliche Barriere für die besonders wichtigen Zellen des Immunsystems. Die Tokopherole werden daher als Radikalfänger genannt.
Immer mehr Kosmetik-, Lebensmittel- und Pharmahersteller erkennen die Wirkung des Kaktusfeigenkernöls und verwenden es mit Erfolg in ihren Produkten. Die äußerst aufwendige Herstellung des Kaktusfeigenkernöls und die besondere Wertschätzung, die man ihm entgegenbringt, führen jedoch häufig dazu, dass auf dem Markt Kaktusfeigenkernöle angeboten werden, die mit einfachen Ölen verschnitten wurden. Es werden aber auch Kaktusfeigenöle angeboten, die nicht aus kaltgepressten Kernen, sondern aus einer Mazeration gewonnen werden. Die Mazeration bezeichnet im Grunde einen ganz simplen Vorgang, bei dem die Blüten der Kaktusfeigen bei normaler Zimmertemperatur einige Zeit in Öl eingelegt werden, so dass sie von dem Trägeröl „ausgelaugt“ werden können.
Das durch Ziehenlassen von Kaktusfeigenblüten gewonnene Mazerat darf aber auf dem Markt als Kaktusfeigenblütenöl und nicht als Kaktusfeigenkernöl angeboten werden. Dieses Mazerat ist viel günstiger aber besitzt bei weitem nicht die guten Eigenschaften des einzig wahren Kaktusfeigenkernöls. Bei unklaren Produktbezeichnungen, ist es sehr wichtig zu wissen, ob es sich dabei wirklich um ein kaltgepresstes Kaktusfeigenkernöl handelt.
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