L. Carl von Linné

„L.“ ist das offizielle botanische Autorenkürzel der schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné (vor der Erhebung in den Adelsstand Carl Nilsson Linnæus, geboren am 23. Mai 1707 in Råshult und gestorben am 10. Januar 1778 in Uppsala), der mit der binären lateinischen Bezeichnung (binominalen Nomenklatur) die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie schuf (Philosophia botanica 1751). Dabei wird jede Art mit einem Doppelnamen angesprochen (wie Vornamen und Nachnamen bei uns Menschen). Der erste Name gibt die Gattung an, der zweite die Art. Wissenschaftliche Gattungsnamen werden groß, Artnamen klein geschrieben, beide werden normalerweise in kursiv gedruckt (z.B. Argania spinosa). In der Zoologie wird „Linnaeus“ als Autorenkürzel verwendet.

Aufgrund der vielen Millionen Arten kommt es versehentlich vor, dass Namen doppelt vergeben werden. Daher ergänzt man bei einer korrekten wissenschaftlichen Artbezeichnung den Autor und das Beschreibungsjahr hinter den zweiteiligen Artnamen. Oft kommt es vor, dass eine Art später in eine andere Gattung verschoben wird. In diesem Falle werden der Autor und das Jahr in Klammern gesetzt.

Linné hat sich als „größten Botaniker aller Zeiten“ bezeichnet. Zudem habe er gleich drei Autobiografien geschrieben - in denen er sich selbst in höchsten Tönen lobte. Sein Werk "Species plantorum" habe er als "das größte Werk im Reich der Wissenschaft" bezeichnet und die "Systema Naturae" als "ein Meisterwerk, das niemand zu oft lesen oder zu viel bewundern kann".

Linné sei "furchtbar eitel" gewesen und habe beispielsweise etliche Porträts von sich in Auftrag gegeben, schreibt Jaschhof. Diese Selbsteinschätzung gipfelte in Linnés Satz: "Deus creavit, Linnaeus disposuit." ("Gott hat die Welt geschaffen, aber Linné hat sie geordnet.")

1766, in der 12. Auflage seines "Natursystems", stellte Linné dann erstmals den Menschen unter der Bezeichnung Homo sapiens in die Ordnung "Herrentiere" neben den Schimpansen und den Orang-Utan. Er teilte die Spezies Mensch in 4 Klassen: Europäer, Amerikaner, Asiaten und Afrikaner. Er wies ihnen sowohl körperliche, als auch charakterliche Merkmale zu, die eine deutliche Wertung beinhalteten. So wurde z.B. das Temperament der „Afrikaner" als „boshaft, faul, nachlässig" bezeichnet (Linné 1773). Im Einzelnen zeichnet Sonderegger folgendes Bild. Der "wissenschaftliche Rassismus", der natürliche und soziale Merkmale miteinander verknüpft und mit einer Hierarchisierung einhergeht, hat mit Linnés Klassifikationsmodell begonnen.
 

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